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Impulse

Segen  - Gottes heilvolle Kraft erfahren

Wir beten darum beim Essen oder für einen Tag. Wir wünschen ihn Menschen zum Geburtstag oder für eine Aufgabe. Segen – ein wichtiger Begriff in der Bibel und in unserem Glauben. Aber was bedeutet Segen? Was erbitten wir? Was erwarten wir?

Das können wir in einem Bibeltext entdecken, der häufig bei Segnungen gelesen oder gesprochen wird: „Und der Herr redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der HERR segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe die Frieden. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne“ (4. Mose 6, 22 – 27).

Hintergrund

Kurz vor dem Aufbruch des Volkes Israel vom Berg Sinai gibt Gott Aaron und seinen Söhnen, also den Priestern, eine wichtige Weisung für ihren Dienst. Sie sollen das Volk segnen, und das auf eine besondere Art und Weise.  Sie sollen seinen „Namen auf die Israeliten legen“. Der Name eines Menschen steht für eine Person. Die Priester sollen also durch den Segen Gott mit seinem Volk verbinden. Denn Gott und sein Volk gehören zusammen, sie sind unter seine Herrschaft und Führung gestellt.

Der Segen steht dabei nicht in der Macht oder Verfügung des Priesters. Es ist vielmehr Gottes Freiheit, zu segnen wann und wie er will. Und doch gebraucht er uns Menschen dabei. Wir können und dürfen Segen von Gott erbitten und anderen den Segen Gottes zusprechen.

Das hebräische Wort „barach“, das wir mit Segen übersetzen, bedeutet „mit heilvoller Kraft begaben“. Es geht um ein besonderes Geschenk: Wir dürfen Gottes heilvolle Kraft in unserem Leben erfahren. Segen ist nicht käuflich. Man kann sich zwar ein Haus kaufen, aber nicht das Gefühl, zu Hause zu sein; ein Bett, aber keinen erholsamen Schlaf; Medikamente, aber keine Gesundheit; schöne Dinge, aber kein Glück. Wie sich diese heilvolle Kraft auswirkt, beschreibt der Bibeltext auf wunderschöne Art und Weise.

 

Gottes Schutz für unser Leben

„Der Herr segne und behüte dich“, so lautet der erste Zuspruch des aaronitischen Segens. Segen hat in der Bibel eine weite, das ganze Leben umfassende Perspektive. Dazu gehört, dass Gott uns geben will, was wir zum Leben brauchen. Im alten Testament hat das ganz lebenspraktische Bezüge: Wachstum und Gedeihen in der Landwirtschaft, Nachkommen in der Familie, körperliche Stärke, seelische Kraft, Freude, Glück, Weisheit und gelingendes Leben. Mit dieser Perspektive erbitten wir Gottes Segen für einen Tag, angesichts einer Entscheidung, vor einer Aufgabe oder wenn jemand seinen Geburtstag feiert.

Im Segen wird uns auch zugesprochen, dass Gott uns behüten und bewahren will. Darauf sind wir angewiesen, weil unser Leben verletzlich und bedroht ist, zum Beispiel durch Ängste, Gefahren, Krankheiten, Verlust oder die Vergänglichkeit. Besonders in solchen Erfahrungen brauchen wir Halt und Hilfe, Kraft und Mut, Trost und Zuversicht. In wunderschönen Worten und Bildern beschreibt der 23. Psalm diese das ganze Leben umfassende Perspektive. Ich vermute: Ich habe Gottes Bewahrung schon viel öfter erlebt, als es mir bewusst ist.

Es ist Segen Gottes, wenn wir das tägliche Brot zum Leben haben, wenn wir ein neues Lebensjahr beginnen dürfe, wenn Gott uns mit vielen Kleinigkeiten beschenkt, die uns erfreuen und das Leben reich machen. Es ist Segen Gottes, wenn wir reisen und bewahrt das Ziel erreichen, wenn wir durch schwere Zeiten hindurchgetragen werden, darin lernen oder dadurch wachsen. Es ist Segen Gottes, wenn er uns in unserem Leben begleitet und nicht verlässt.

Gottes Gnade für unseren Glauben

Der zweite Zuspruch des aaronitischen Segens lautet: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.“

Wenn die Sonne Leben, Licht und Wärme schenkt, so wendet sich Gott den Menschen segnend zu. Wie selbstverständlich wird hier von Gottes Angesicht gesprochen: Gott ist da (Gegenwart) und wendet sich uns zu (Nähe). Das macht Mut für das alltägliche Leben und lässt uns die Kraft des Glaubens erfahren: zu Hause, im Büro, in der Schule, im Krankenhaus, beim Konzert, im Urlaub und sogar beim Zahnarzt.

Besonders betont wird dabei, dass Gott sich gnädig zuwendet, dass wir seine Liebe, Gnade und Barmherzigkeit als besonderes Geschenk erfahren dürfen. Wir können sie uns nicht verdienen, nicht erkaufen, wir können sie nur empfangen. Wir brauchen sie an jedem neuen Tag. Und ihr haben wir es zu verdanken, „dass wir noch nicht am Ende sind“. (Klagelieder 3,22).

Es ist Segen Gottes, wenn ich spüre, dass er mir nah ist und mit mir ist. Es ist Segen Gottes, dass ich in seinen Augen wertvoll und geliebt bin und dass er mir Verfehlungen vergibt. Es ist Segen Gottes, dass ich als sein Kind befreit leben darf und er für mich sorgt. Es ist Segen Gottes, dass er Gaben gibt und uns beim Bau seines Reiches in dieser Welt gebraucht.

 

Gottes Frieden für unsere Beziehungen

„Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden“, so lautet der dritte Segenszuspruch. Wer sein Angesicht von jemand abwendet, der will nichts mehr von ihm oder ihr wissen. Wer einen anderen aber ansieht, der schenkt ihm oder ihr Aufmerksamkeit.

Was für eine Zusage: Gott sieht uns an und nimmt unsere Gedanken, Empfindungen, Bedürfnisse, Sorge und Hoffnungen war. Und er schenkt uns seine Aufmerksamkeit, ja noch mehr, er schenkt uns seinen Frieden. Frieden im Sinne des hebräischen „Shalom“ meint Wohlergehen im umfassenden Sinn, meint die heile und geklärte Beziehung zu Gott, zu mir selbst und zu meinen Mitmenschen.

Es ist Segen Gottes, dass er uns ansieht, kennt und unserem Leben Aufmerksamkeit schenkt. Es ist Segen Gottes, dass ich mit ihm als meinem Vater im Himmel durch Jesus Christus in Frieden leben darf. Es ist Segen Gottes, wenn in angespannten Beziehungen zwischen Menschen Gottes Frieden und Versöhnung Raum gewinnt.

Die Bibel ermutigt uns, um Gottes Segen zu bitten, damit wir seine heilvolle Kraft in unserem Leben erfahren. Und sie ermutigt uns, andere zu segnen und sie unter den Schutz Gottes, seine Gnade und seinen Frieden zustellen: in der Familie, als Freunde, im Mitarbeiterkreis, am Krankenbett, zum Abschluss des Gottesdienstes, vor einer Reise, für den Notarzt im Einsatz oder vor Begegnungen mit anderen Menschen.

In dieser Perspektive wünsche ich Ihnen von Herzen Gottes Segen!

 

Martin Plücker

Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Witten und Mitglied im Vorstand des Bibellesebundes

(mit freundlicher Genehmigung des Bibellesebundes – erschienen im BLB-Focus 4/18)

 

 

„Dankbarkeit“

Ihr Lieben,
 
in unserem heutigen Gottesdienst ging eine Gottesdienstreihe zum Thema „Dankbarkeit“ zu Ende. Im Laufe dieser Reihe haben wir uns mit unterschiedlichen Dingen beschäftigt für die wir dankbar sein können: Freunde, Nahrung, Heimat und vieles mehr. Heute hieß das Thema „Dankbar für alles“. Dabei wurden drei Punkte besonders herausgestellt:
 
Dankbarkeit ist der Schlüssel in schwierigen Situationen: Paulus und Silas wurden ausgepeitscht, in den tiefsten Kerker geworfen und da nochmals durch Ketten gesichert. Und was tun die Beiden? Sie loben und preisen Gott so als wären sie in der komfortabelsten Herberge mit dem besten Essen und dem fürsorglichsten Wirt. Ob sie schon gewusst haben, dass Gott sie in dieser Nacht noch befreien wird? Wissen wir, wenn wir in schwierigen Situationen stecken, dass Gott uns helfen wird? Wann loben und preisen wir Gott?

Dankbarkeit ist niemals stumm: In Lukas 6, 45 steht in einem anderen Zusammenhang die Tatsache: „Denn wovon das Herz erfüllt ist, das spricht der Mund aus.“ Also ist Dankbarkeit kein Gefühl oder eine Einstellung. Wenn wir wirklich dankbar sind, reden wir auch darüber. Sprechen wir aus wofür wir dankbar sind? Gegenüber anderen und gegenüber Gott?

Dankbarkeit wächst wo unser Anspruch stirbt: In Johannes 12 finden wir: „Wer an seinem Leben festhält, wir es verlieren. Wer aber sein Leben loslässt, wird es für alle Ewigkeit gewinnen.“ Pläne, Wünsche und Ziele bestimmen das Leben der meisten Menschen. Wenn ein Stück des Plans, ein Wunsch oder ein Etappenziel erreicht ist, besinnen wir uns vielleicht auf Gott und danken. Aber fragen wir auch nach Gottes Pläne, Wünsche und Ziele – und haben wir den Mut uns darauf einzulassen? Sehen wir die vielen Dinge, die wir haben, ohne sie uns gewünscht und geplant zu haben – und sind wir dankbar dafür?
 
Euch eine gute Woche,

Dirk Kurpat
 

„Man verändert die Welt nicht vom Sofa aus!"

Dieser Ausspruch – weiß leider nicht mehr von wem – kam mir in den Sinn, als ich mich mal wieder mit George Williams, dem Gründer des CVJM, beschäftigte. Gäbe es ihn nicht, gäbe es auch unseren CVJM Gummersbach nicht. Aber was war George Williams für ein Mensch? Und kann er noch heute für uns ein Vorbild sein? Ich meine ja.

Drei Dinge an ihm beeindrucken mich besonders: Es wird von ihm erzählt, dass er klein und schmächtig war, dass er enorme Defizite in der Schule hatte und sich auch zu ungeschickt in der Landwirtschaft auf dem elterlichen Pachthof anstellte. Er war jemand, von dem man sagte:“Der ist doch zu nichts zu gebrauchen!“ Doch gerade ihn wollte Gott, um sein Reich unter den Menschen zu bauen. Wir müssen Gott nicht beeindrucken mit besonderem Können, mit herausragenden Leistungen. Wir müssen ihm nichts bieten, um ihm zu gefallen. Wer befähigt ist, den beruft Gott nicht unbedingt. Aber wen Gott beruft, den befähigt ER.


Ein Zweites: George Williams war jung, als er sich für ein Leben mit Jesus entschied. In einem Vortrag vor einer Gruppe junger Männer sagte er einmal als 84-jähriger: „Falls ihr ein glückliches, sinnvolles und reiches Leben führen wollt, dann gebt eure Herzen Gott, solange ihr noch jung seid.“ Junge Menschen sind auf der Suche nach wahren Werten, nach Echtheit, nach Lebenssinn, nach Identität – welch eine Chance für uns als CVJM. Wir haben in Jesus Christus die Antwort auf ihre Fragen und auf ihre Suche. Glaube ist nicht „nur“ für „alte Leute“ oder Menschen, die „sonst nichts auf die Reihe kriegen“.

Ein Drittes: George Williams war nah dran an den Menschen um sich herum. Junge Männer, die in die Großstadt zogen, um dort zu arbeiten, die aber dann mit dem neuen Leben und den vielen Angeboten der Großstadt nicht zurechtkamen. Er sah ihre Not, kümmerte sich, zeigte ihnen einen lebenswerten Weg auf.

Kinder und Jugendliche kommen in unsere Gruppen. Wer sind sie? Was beschäftigt sie? Wie geht es ihnen? Was brauchen sie? Wo brauchen sie Zuwendung, Zeit, Gebet … wo brauchen sie uns?


Man verändert die Welt nicht vom Sofa aus …
Petra Kurpat


Jeremia 1, 4-8:
Eines Tages sprach der HERR zu mir: 
"Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt. Du sollst ein Prophet sein, der den Völkern meine Botschaften verkündigt.“ Ich aber erwiderte: „O nein, mein HERR und Gott! Ich habe keine Erfahrung im Reden, denn ich bin noch viel zu jung!“ Doch der HERR sagte zu mir: „Sage nicht: Ich bin zu jung! Zu allen Menschen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen und ihnen alles verkünden, was ich dir sagen werde. Fürchte dich nicht vor ihnen, ich bin bei dir und werde dich beschützen. Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort.“

Wir kommen von Ostern her…

Den Satz habe ich neulich mal irgendwo gelesen. Im Moment geht es uns ja wirklich so, denn die Feiertage um Ostern herum sind gerade vorbei. Aber das meint der Satz natürlich nicht …

Irgendwo herkommen … das tun wir eigentlich immer. Der eine kommt aus dem Urlaub und konnte Sonne tanken und sich erholen. Der andere kommt vom Arzt und hat endlich eine hilfreiche Therapie für seine Rückenbeschwerden.
Noch jemand anderes kommt aus Syrien und kann wirklich objektiv beurteilen wie es ist, eine Toilette, ein intaktes Dach, eine ruhige Nacht, genug zu essen und seine Lieben um sich zu haben.

Da wo wir waren – da wo wir herkommen, das verändert uns.

Wir kommen von Ostern her …

Hat Ostern uns verändert? Hat Ostern uns in diesem Jahr verändert? Oder haben wir schon so viele Jahre Ostern gefeiert – wie kann da noch etwas Neues kommen?

Wir haben so viele österliche Traditionen – ist da überhaupt noch Platz für Veränderung? Das Eierfärben, die Besuche, die dunkle Kleidung, das Fischessen am Karfreitag, das Glockennichtläutenlassen zwischen Karfreitag und Ostern, der Osterspaziergang, die Osterdeko, die gefühlten 82 Gottesdienste in fünf Tagen, …

Haben wir unsere Traditionen oder haben wir Ostern wahrgenommen?

Haben wir den Wunsch Jesu nach Gemeinschaft mit uns am Donnerstag wahrgenommen? Die unbegreifliche Liebe Gottes zu uns am Freitag? … Und haben wir uns am Sonntag  gefreut?
Haben wir gejubelt, gelacht, gesungen, jubiliert (ein sehr altes – aber sehr passendes Wort in diesem Zusammenhang), sind wir uns vor Freude in die Arme gefallen?

DER HERR IST AUFERSTANDEN – ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN. Er hat den Tod besiegt.
Er hat ihn für immer und ewig in seine Schranken gewiesen. Der größte Sieg, der jemals errungen wurde.

Haben wir uns verändern lassen durch den Wunsch Jesu nach Gemeinschaft mit uns, durch Gottes Liebe zu uns, durch die Tatsache, dass UNSER HERR LEBT?

Zwei Wochen Spanien, ein Medizin-Studium, der Umzug in ein neues Land können uns verändern – warum nicht auch Ostern?

Wir kommen von Ostern her …
Dirk Kurpat


P.S: Wenn Du diesmal Deine Oster-Chance verpasst hast, ist das nicht schlimm. Heute ist wieder Donnerstag … (Nein, nicht im Kalender nachsehen – in der Bibel.)

Führen und leiten

Im Übrigen meine ich
Möge uns der Herr weiterhin
Zu den Brunnen des Erbarmens führen
Zu den Gärten der Geduld
Und uns mit Großzügigkeitsgirlanden
Schmücken

Er möge uns weiterhin lehren
Das Kreuz als Krone zu tragen
Und darin nicht unsicher zu werden
Soll doch seine Liebe unsere Liebe sein

Er möge wie es auskommt in unser Herz eindringen

Um uns mit seinen Gedankengängen
Zu erfrischen
Uns auf Wege zu führen
Die wir bisher nicht betreten haben
Aus Angst und Unwissenheit darüber
Dass der Herr uns nämlich aufrechten Ganges
Fröhlich sehen will
Weil wir es dürfen
Und nicht nur dürfen sondern auch müssen
Wir müssen endlich damit anfangen
Das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln
Denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder!
Und jeder soll es sehen oder ganz erstaunt sein
Dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können
Und sagen: Donnerwetter

Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen
Und sagen: er habe Gottes Kinder gesehen
Und die seien ungebrochen freundlich
Und heiter gewesen
Weil die Zukunft Jesus heiße
Und weil die Liebe alles überwindet
Und Himmel und Erde eins wären
Und Leben und Tod sich vermählen
Und der Mensch ein neuer Mensch werde
Durch Jesus Christus.

Hanns Dieter Hüsch